Visa, Mastercard und Stripe planen gemeinsame Stablecoin-Plattform



Die Grenze zwischen dem klassischen Finanzsystem und dezentraler Blockchain-Infrastruktur löst sich zunehmend auf. Die globalen Zahlungsdienstleister Visa, Mastercard und Stripe befinden sich in fortgeschrittenen Verhandlungen zur Einführung einer gemeinsamen, institutionellen Stablecoin-Plattform.

Diese Kooperation zielt darauf ab, die Abwicklung digitaler Währungen über bestehende Altsysteme zu standardisieren und den wachsenden Marktanteil wertstabiler, an den US-Dollar gekoppelter Krypto-Assets direkt zu erschließen.

Der Trend zur On-Chain-Abwicklung im Zahlungsverkehr

Die gemeinsame Initiative der drei Schwergewichte ist eine strategische Reaktion auf fundamentale Marktveränderungen. Stablecoin-Netzwerke verzeichneten im vergangenen Jahr ein historisches Transaktionsvolumen von weltweit rund 33 Billionen US-Dollar. Damit übertrafen sie das kumulierte Abwicklungsvolumen der traditionellen Kreditkartenanbieter. Anstatt isoliert gegen dezentrale Protokolle zu konkurrieren, baut das Konsortium nun eine eigene Infrastruktur auf, um diese Token-Ströme direkt über die eigenen Ledger zu leiten.

Der Fokus der Plattform liegt primär auf der Abwicklung im B2B-Bereich (Business-to-Business), dem grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr sowie dem automatisierten Liquiditätsmanagement. Berichten aus Branchenkreisen zufolge steht auch die führende US-Kryptobörse Coinbase vor einem Einstieg in das Projekt, um eine tiefe Liquiditätsbasis für Endnutzer bereitzustellen.

Integration von Bridge-Infrastruktur für globale Skalierung

Das Projekt nutzt bestehende technologische Meilensteine der beteiligten Partner. Stripe setzt hierbei auf die Infrastruktur von Bridge, einem führenden Netzwerk für Stablecoin-Orchestrierung, das Stripe kürzlich für 1,1 Milliarden US-Dollar übernommen hat. Gleichzeitig hat Visa seine Pilotprogramme ausgeweitet, um die programmierbare, Stablecoin-basierte Kartenausgabe über das Bridge-Netzwerk in zahlreichen Ländern zu etablieren.

Die Architektur der neuen Plattform löst drei wesentliche Probleme im institutionellen Zahlungsverkehr:

  • Echtzeit-Konvertierung: Automatisierte Mechanismen ermöglichen es, Stablecoin-Guthaben direkt am Point of Sale (POS) ohne Kursverluste (Slippage) in Fiatwährungen umzuwandeln.
  • Direkte Händlerabrechnung: Internationale Händler können Umsätze direkt in regulierten Token wie USDC oder EURC empfangen, wodurch klassische Bankenintermediäre umgangen werden.
  • Kosteneffiziente B2B-Überweisungen: Für globale Lieferketten werden grenzüberschreitende Zahlungen ermöglicht, welche die Transaktionsgebühren von den üblichen 1,5 % bis 3 % auf unter 0,1 % senken.

Durch die Bündelung ihrer Netzwerke verhindern die Zahlungsdienstleister den Abfluss von Kapital aus dem traditionellen Bankensystem hin zu vollständig dezentralen, nicht-intermediären Krypto-Netzwerken.



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